Die gestern auf den Markt gebrachte Xeon-Variante mit 800 MHz scheint zum Flop verdammt. Keiner der bekannten PC-Hersteller hat sich des neuen Server-Chips von Intel (Börse Frankfurt: INL) bislang erbarmt. Grund: Der um 50 Dollar billigere Pentium III bietet eine ähnlich gute Performance wie der PIII-Xeon.
Xeons verfügen über den selben Prozessorkern wie „normale“ Pentium-II- und Pentium-III-Chips, sind aber typischerweise mit einem zweiten Cache ausgestattet. Seit der Einführung der Coppermine-Technik im Oktober vergangenen Jahres verfügen aber alle PIIIs über einen zweiten Speicher, so dass der Vorteil der Xeon-Variante minimalisiert wird.
Xeons sind speziell für den Mehr-Wege-Einsatz ausgelegt, was sie nach wie vor für Hersteller von Rechner-Boliden interessant macht. Produzenten wie Compaq (Börse Frankfurt: CPQ) oder Dell werden aber den neuen Chip erst dann adaptieren, wenn der zweite Cache deutlich größer als gegenwärtig ist. Dies soll nach Angaben von Intel bei den kommenden Xeons der Fall sein. Für diese stellt der Weltmarktführer Zweitspeicher mit bis zu zwei MByte in Aussicht.
Bei der Speichererweiterung drängt die Zeit sehr: Mitte des Jahres soll der 64-Bit-Chip Itanium auf den Markt kommen, der den PIII in welcher Form auch immer aus Servern und Workstations verdrängen wird. Zur selben Zeit soll die 32-Bit-Neuentwicklung „Willamette“ erscheinen. Es bleiben also voraussichtlich noch fünf Monate, den Xeon aufzublasen.
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