MMS sind zu früh gekommen

Dass der erhoffte Boom bei über Handys verschickten Multimedia-Nachrichten (Multimedia Messaging Service – MMS) bisher ausgeblieben ist, führen Experten aus der Mobiltelefon-Industrie auf den Frühstart des Services zurück. „Wir Provider haben MMS vermutlich zu früh gestartet“, sagte Hugh Griffiths, zuständiger Manager beim britischen Betreiber O2 auf einem Industriepanel, berichtet Cellular News. Die Industrie müsste nun darüber nachdenken, was die Konsumenten wollen und dies in einer Art und Weise liefern, die einfach zu verstehen und einfach zu bedienen sei.

Weltweit sind im vergangenen Jahr nach Schätzungen rund 750 Milliarden Text-Nachrichten (SMS) via Handys verschickt worden. Dagegen ist der erhoffte Take-off bei den MMS ausgeblieben. „Die Konsumenten wurden mit den neuen Techniken konfrontiert, bevor diese reif genug waren, um die Erwartungen zu erfüllen. Das hat zu Frustrationen geführt“, sagte Mark Willingham von Heyanita, einem auf Messaging-Lösungen für die Telekom-Industrie spezialisierten kalifornischen Unternehmen. „Es braucht hohe Erfolgsraten, bevor die Konsumenten sich für eine Lösung begeistern und das passiert nicht über Nacht“, erklärte Willingham.

Einig waren sich die Experten unter anderem darin, dass mehr auf die Bedürfnisse der User geschaut werden müsse. Darüber hinaus müssten die Provider verstärkt zusammenarbeiten, um die Interoperabilität zu verbessern. Als Alternative zu MMS hat Heyanita ihr RMS (Rapid Message Service) propagiert. RMS ist zurzeit neben den USA in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien verfügbar. RMS sind gleichsam SMS-Nachrichten ohne Text. Die traditionelle Textübertragung wird dabei um gesprochene Nachrichten erweitert. Bei RMS wählt der Absender einen oder mehrere Empfänger. Anschließend wird die RMS-Nachricht aufgenommen. Der Empfänger erhält dann eine Textnachricht und kann über eine vorher festgelegte Taste die RMS-Nachricht anhören. Das System funktioniert unabhängig von der Betreibernetz- bzw. der Mobiltelefon-Technologie.

ZDNet.de Redaktion

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