Microsoft bekennt sich erneut zu Windows RT und kündigt weitere ARM-Tablets an

Microsoft hat auf seinem Financial Analyst Meeting bekräftigt, dass es an ARM-basierten Tablets festhält. Laut Terry Myerson, Executive Vice President der Operating Systems Group, gibt es für Microsoft zwei wichtige Prozessorarchitekturen: Intels x86 und ARM. Ihm zufolge sollen schon bald zahlreiche neue Windows-Tablets mit ARM-Prozessoren erhältlich sein.

„Die ARM-Geräte haben, vor allem bei Mobiltelefonen, aufgrund der langen Akkulaufzeit und der Verbindungsmöglichkeiten einen unglaublichen Marktanteil“, antworte Myerson auf eine Frage seiner Kollegin Tami Reller, Executive Vice President von Microsofts Marketing-Group, nach der künftigen Rolle von Windows RT. „Da Mobiltelefone zu Tablets werden, glaube ich, dass wir künftig viel mehr ARM-Tablets, Windows-ARM-Tablets sehen werden.“

ZDNet.com-Autorin Mary Jo Foley sieht darin nicht nur einen Hinweis auf mögliche Windows-Phablets, sondern auch darauf, dass der Softwarekonzern Windows Phone und Windows RT zusammenführen wird. „Windows Phone läuft auf ARM. Windows RT läuft auf ARM. Beide nutzen den NT-Kern“, schreibt sie in ihrem Blog. Microsoft arbeite zudem an einheitlichen Programmierschnittstellen und Entwickler-Tools für beide Plattformen.

Das bestätigte Myerson auch während des Treffens mit Analysten. „Wir sollten wirklich einheitliche Prozessor-Schnittstellen für alle unsere Geräte haben. Wir sollten einheitliche Entwickler-APIs für alle unsere Geräte haben. Und alle Apps, die wir Endnutzern anbieten, sollten für alle unsere Geräte erhältlich sein.“

Eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung von Windows für ARM dürfte Nokia spielen. Anfang des Monats hatte Microsoft den Kauf der Handysparte des finnischen Unternehmens für 5,44 Milliarden Euro angekündigt. Bis zum Abschluss der Transaktion, die für das erste Quartal 2014 geplant ist, wird das Unternehmen auch erste Erfahrungen mit Phablets gesammelt haben. Sein erstes Gerät in dieser Kategorie, die die Lücke zwischen Smartphones und Tablets schließen soll, wird Nokia am 22. Oktober vorstellen. Es handelt sich um das unter dem Codenamen Bandit entwickelte 6-Zoll-Phablet Lumia 1520.

Terry Myerson (dritter von rechts), Chef von Microsofts Betriebssystemsparte, hat bei einem Treffen mit Analysten auch Windows-Phablets in Aussicht gestellt (Bild: Microsoft).

[mit Material von Brooke Crothers, News.com, und Mary Jo Foley, ZDNet.com]

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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