Bei einer Sicherheitsprüfung hat der französische Cybersecurity-Anbieter QuarksLab 26 Schwachstellen in der Open-Source-Verschlüsselungssoftware VeraCrypt entdeckt. Darunter sind acht als kritisch eingestufte Anfälligkeiten, die es unter anderem erlauben, Passwörter auszulesen. Finanziert wurde die Kontrolle unter anderem vom Open Source Technology Improvement Fund (OSTIF).
Der UEFI-Support ist eine der wichtigsten Neuerungen, die VeraCrypt als Nachfolger des 2014 überraschend eingestellten TrueCrypt mit sich brachte. VeraCrypt ist zudem die erste Open-Source-Lösung, die einen UEFI-kompatiblen Bootloader bietet. Da es sich um eine „junge“ Funktion handele, sei sie nicht so ausgereift wie die restliche Codebasis, die auf TrueCrypt basiere, erklärte Mounir Idrassi, Chefentwickler von VeraCrypt, gegenüber Computerworld.
Den größten Teil der von QuarksLab gemeldeten Sicherheitslöcher stopft die seit Anfang der Woche erhältliche Version VeraCrypt 1.19. Einige Probleme bleiben jedoch ungepatcht. Sie betreffen den von TrueCrypt übernommenen Code. Die benötigten Fixes würden Idrassi zufolge die Abwärtskompatibilität zu TrueCrypt einschränken.
Darüber hinaus haben die Entwickler den russischen Verschlüsselungsstandard GOST 28147-89 entfernt, dessen Implementierung bei der Prüfung als unsicher eingestuft wurde. Mit dem Algorithmus erstellte Container lassen sich weiterhin entschlüsseln, es können allerdings keine neuen Container damit angelegt werden. Auch die Bibliotheken XZip und XUnzip sind aufgrund zahlreicher Fehler nicht mehr in VeraCrypt enthalten. Sie wurden durch die modernere und laut QuarksLab sicherere Bibliothek libzip ersetzt.
VeraCrypt ist eine von wenigen kostenlosen Anwendungen, die unter Windows eine vollständige Laufwerksverschlüsselung ermöglichen – auch für das Betriebssystem. Microsoft bietet mit Bitlocker zwar eine hauseigene Lösung, sie ist aber den OS-Versionen Professional und Enterprise vorbehalten.
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