Leistung
Der so stark beworbene Internet-Zugang über den UMTS-Nachfolgestandard LTE bleibt für uns hierzulande vorerst wohl ein Wunschtraum. Zwar ist ein LTE-Modul im neuen iPad eingebaut, doch es spricht nicht die Frequenzen, die in Deutschland zum Einsatz kommen. So muss man also noch mit UMTS und dem Datenturbo HSPA auskommen. In der Theorie sorgt zwar auch das schon für ordentliche Datenraten von bis zu 21 MBit/s, doch in der Praxis muss man sich mit deutlich weniger Durchsatz begnügen – denn alle in einer Funkzelle aktiven Teilnehmer teilen sich die zur Verfügung stehende Gesamtbandbreite. Apple dürfte damit die Chance verpasst haben und bietet damit Samsung et cetera die Chance, in Deutschland das erste Tablet mit dem schnellen LTE-Zugang auf den Markt zu bringen.
Freilich wäre es möglich, einen portablen LTE-Hotspot mit integriertem Akku zu nutzen, um in den Genuss des schnellen Internets zu kommen, oder die Internet-Verbindung eines LTE-Smartphones über WLAN-Tethering freizugeben. Das ist allerdings längst nicht so elegant wie ein fest verbautes Funk-Modul.
Ehrlicherweise muss man aber dazusagen, dass der Ausbau des neuen Funkstandards in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. In einigen Bundesländern ist das flache Land inzwischen versorgt, und erst jetzt dürfen sich die Provider aufgrund des Versorgungsauftrags in die Städte vorwagen. Bis der schnelle Datenfunk tatsächlich flächendeckend ausgebaut ist, wird es wohl schon das iPad der vierten Generation geben – und das funkt, so bleibt zu hoffen, dann auch in den in Deutschland üblichen LTE-Frequenzen.
Bleibt, sich nun der eigentlichen Rechenleistung des Tablets zuzuwenden. Testweise wird das aufwändige 3D-Game Infinity Blade 2 gestartet, das sich selbst beim iPad 2 die eine oder andere Gedenksekunde beim Laden gönnt. Auf dem Apple-Tablet der dritten Generation ist die App spürbar schneller am Start. Das hat sicherlich mit dem neuen Prozessor und der flotteren Grafikkarte zu tun, aber auch der signifikant gesteigerte Arbeitsspeicher trägt seinen Teil dazu bei. Das neue iPad verfügt über 1 GByte RAM und damit über doppelt so viel wie der Vorgänger.
Insgesamt fällt die zusätzliche Leistung ehrlich gesagt aber kaum auf. Bereits das iPad 2 ist ja schon schnell, wenn es um die Bedienung und um Reaktionen geht. Da lässt sich eben kaum etwas verbessern. Anders könnte das in Zukunft aussehen, wenn neue iOS-Versionen und neue 3D-Games die zusätzliche Leistung auch tatsächlich einfordern. Zukunftssicherer ist man jedenfalls mit dem neueren Gerät unterwegs.
Dieses Testfoto wurde mit der 5-Megapixel-Kamera des neuen iPad aufgenommen (Foto: CNET Asia).
Laut Apple soll das neue iPad im Praxiseinsatz 10 Stunden bei WLAN-Verbindung und 9 Stunden bei LTE durchhalten. In Anbetracht der leistungsfähigeren CPU und des (hierzulande unnützen) 4G-Funkmoduls ist das eine ganz ordentliche Ausbeute des Akkus. Trotz höherer Leistung hält das Gerät damit so lange durch wie sein Vorgänger. Der Preis dafür ist allerdings ein signifikant stärkeres Akkupack, das nun eine Kapazität von 42,5 Wh statt wie bisher 25 Wh zu bieten hat – und damit eben auch die Bauhöhe des Tablets minimal in die Höhe treibt. Weitere Akkutests laufen derzeit noch.
Bei der Kamera hingegen lassen sich schon erste Ergebnisse präsentieren – und die können sich sehen lassen. Nicht nur die Bedienbarkeit wurde überarbeitet, sondern auch die Bildqualität signifikant angehoben. Auf dem Niveau der iPhone-4s-Digicam ist sie allerdings nicht. In der Praxis dürfte das aber auch egal sein, denn schließlich läuft man im Urlaub wohl kaum mit dem Tablet statt der Spiegelreflex durch fremde Innenstädte, um sein Reise-Album zu füllen.
Fazit
Der größte Haken am neuen iPad ist wohl die Tatsache, dass der flotte LTE-Datenfunk hierzulande nicht funktioniert. Da es sich dabei allerdings um ein neues Feature handelt, das bislang nicht vermisst wurde und der Netzausbau ohnehin noch zu Wünschen übrig lässt, kann man damit aber leben – auch wenn man sich über die Funktion wirklich gefreut hat. Ansonsten ist die dritte Generation der nächste große Schritt. Das hochauflösende Display setzt Maßstäbe, und man muss es gesehen haben, um die scharfe Darstellung zu glauben. Prozessor und Grafikchip sind flotter geworden ohne dass das auf Kosten der Akkulaufzeit geht.
Ansonsten hat sich nicht viel geändert. Die Bedienung ist auf Apple-typisch einfachem Niveau, die Verarbeitung vorbildlich und die Akkulaufzeit hoch. Hauptgrund, das neue Tablet zu kaufen, ist sicherlich die hohe Display-Auflösung. Und dieser Punkt könnte selbst iPad-2-Besitzer dazu bringen, noch einmal zu investieren – auch, wenn sich der Neukauf aus allen anderen Gründen wohl kaum lohnt.
Die iPad-Generationen im Überblick
Technische Daten im Überblick |
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Produkt | iPhone 4S | iPad | iPad 2 | Das neue iPad | Samsung Galaxy Tab 2 10.1 |
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Generation | 5. Generation | 1. Generation | 2. Generation | 3. Generation | k.A. |
vorgestellt am | 04.10.2011 | 27.01.2010 | 02.03.2011 | 07.03.2012 | März 2012 |
OS | iOS 5.1 | iOS 5.1 | iOS 5.1 | iOS 5.1 | Android 4.0 |
Displaygröße | 3,5 Zoll (Retina-Display) | 9,7 Zoll | 9,7 Zoll | 9,7 Zoll (Retina-Display) | 10,1 Zoll |
Auflösung | 960 x 640 Pixel | 1024 x 768 Pixel | 1024 x 768 Pixel (132 ppi) | 1536 x 2048 Pixel (264 ppi) | 1280 x 800 Pixel |
Prozessor | ARM Cortex A9 (Apple A5) | ARM Cortex A8 (Apple A4) | ARM Cortex A9 (Apple A5) | A5X | k.A. |
Cores | Dual-Core | Single-Core | Dual-Core | Dual-Core | Dual-Core |
Taktfrequenz CPU | 800 MHz | 1000 MHz | 1000 MHz | 1000 MHz | 1000 MHz |
Speicherkapazität | 16/32/64 GByte | 16/32/64 GByte | 16/32/64 GByte | 16/32/64 GByte | 16/32 GByte |
GSM | Quad-Band | Quad-Band | Quad-Band | Quad-Band | Quad-Band |
GPU-Modell | Power VR SG543MP2 | Power VR SGX535 | Power VR SG543MP2 | Power VR SG543MP4 | k.A. |
BUS-Takt | 200 MHz | 100 MHz | 250 MHz | 250 MHz | k.A. |
Speicher | 512 MByte | 256 MByte | 512 MByte | 1024 MByte | 1024 MByte |
L1-Cache | 32 KByte | 32 KByte | 32 KByte | k.A. | k.A. |
L1-Cache Data | 32 KByte | 32 KByte | 32 KByte | k.A. | k.A. |
L2-Cache | 1024 KByte | 512 KByte | 1024 KByte | k.A. | k.A. |
LTE | nein | nein | nein | ja, optional, aber nicht mit deutschen Netzen kompatibel | nein |
UMTS | optional: UMTS/HSDPA/HSUPA | optional | optional: UMTS/HSDPA/HSUPA | optional: UMTS/HSPA/HSPA+/DC-HSDPA mit maximal 42 MBit/s | ja, HSPA+ bis 21 MBit/s |
Bluetooth | Bluetooth 4.0 | Bluetooth 2.1 + EDR | Bluetooth 2.1 + EDR | Bluetooth 4.0 | Bluetooth 3.0 |
WLAN | ja, 802.11b/g/n | ja, 802.11b/g/n | ja, 802.11a/b/g/n | ja, 802.11a/b/g/n | ja, 802.11a/b/g/n |
GPS | ja | ja | ja | ja | ja |
Speichererweiterung | nein | nein | nein | nein | Micro-SD bis 32 GByte |
Akku-Kapazität | 1430 mAh | 6750 mAh | 6750 mAh / 25 Wattstunden | 11560 mAh/42,5 Wattstunden / 10 Stunden Laufzeit | 7000 mAh |
Kamera | 8 MP | nein | 0,7 MP | 5 MP (Gesichtserkennung, iSight Kamera,Weißabgleich) |
3 MP |
Blitz | LED-Blitz | nein | nein | nein | k.A. |
Frontkamera | 0,3 MP | nein | 0,3 MP | 0,3 MP | 0,3 MP |
Video | ja, HD-Video mit 1080 P | nein | ja, HD-Video mit 720p | ja, HD-Video mit 1080p | k.A. |
Abmessungen | 11,5 x 5,9 x 0,9 cm | 24,3 x 19,0 x 1,3 cm | 24,1 x 18,6 x 0,9 cm | 24,1 x 18,6 x 0,9 cm | 25,7 x 17,5 x 1,0 cm |
Farben | schwarz, weiß | schwarz | schwarz, weiß | schwarz, weiß | schwarz |
Gewicht WLAN-Version/3G-Version | 140 gr. | 680 gr./730 gr. | 601 gr./613 gr. | 652 gr./662 gr. | 588 gr. |
Sprachfunktion | ja | nein | nein | ja | k.A. |
Preis | k.A. | k.A. | WiFi: 399 Euro (16 GByte); WiFi+3G: 519 Euro (16 GByte) |
WiFi: 479/579/679 Euro (16/32/64 GByte) WiFi+4G: 599/699/799 Euro (16/32/64 GByte) |
ab 400 Euro |
[mit Material von Vincent Chang, CNET Asia]
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1 Kommentar zu Superdisplay und 5-Megapixel-Kamera: das neue iPad im Test
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Prozessorleistung
"sowohl Prozessor als auch Grafikchip sind schneller als beim Vorgänger"
Die Prozessorleistung ist meines Erachtens nach identisch mit dem iPad 2.