Greenpeace hat in Apples Ladengeschäften in San Francisco und New York gegen die „schmutzige“ Stromversorgung von iCloud demonstriert. Dabei ließen Umweltschutz-Aktivisten schwarze Luftballons aufsteigen, um die Emissionen der Kraftwerke anschaulich zu machen, die die Rechenzentren antreiben.
Parallel veröffentlichte Greenpeace ein Video bei Youtube, in dem sich der Kohlestaub der Kraftwerke in der Wohnung und im Garten von iCloud-Nutzern wiederfindet. Laut Greenpeace-Blog haben aufgrund der Aktionen schon über 100.000 Menschen eine Petition unterzeichnet, die Amazon, Apple und Microsoft ihren Wunsch nach sauberen Clouds übermitteln soll.
Einer „konservativen Schätzung“ von Greenpeace zufolge wird Apples iCloud zu 55,1 Prozent von Kohle- und zu 27,8 Prozent von Atomstrom angetrieben. Die Umweltschützer merkten in ihrer Studie (PDF) von vergangener Woche an, dass sowohl AWS als auch Apple seinen Schätzungen zum Strommix widersprochen hätten, aber keine alternativen Berechnungen vorlegen wollten.
Schwarze Luftballons unterm Apple-Store-Glasdach symbolisieren den Kohleanteil von angeblich über 55 Prozent an iCloud-Rechenzentren (Bild: Greenpeace).
Nach eigenen Angaben (PDF) für 2011 betreibt Apple seine Anlagen in Austin (Texas), Elk Grove (Kalifornien) und Cork (Irland) zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Auch das geplante Rechenzentrum in North Carolina solle zu 100 Prozent mit Solarstrom betrieben werden, hieß es zu diesem Zeitpunkt.
Aufgrund der Kritik enthüllte Apple einige weitere, zuvor verweigerte Zahlen. Demnach lag Greenpeace mit dem geschätzten Energiebedarf von 100 Megawatt für das Rechenzentrum in Maiden (North Carolina) weit daneben. Es verbrauche bei voller Kapazität tatsächlich 20 Megawatt, also nur ein Fünftel. Greenpeace hatte die Schätzung unter anderem aus den Kosten von einer Milliarde Dollar für die riesige Einrichtung abgeleitet, aber dabei möglicherweise den relativ hohen Kostenanteil für die vorgesehenen Solar- und Brennstoffzellenanlagen nicht angemessen berücksichtigt.
Gary Cook, IT-Analyst von Greenpeace International, ließ sich von Apples Erklärung nicht überzeugen. Er hält die von Apple genannten Zahlen nicht mit Größe und Baukosten des Rechenzentrums vereinbar: „Wir begrüßen Apples heutigen Versuch, mehr Einzelheiten über sein Rechenzentrum in North Carolina öffentlich zu machen. Es scheint jedoch nicht das ganze Bild zeigen zu wollen und stellt stattdessen ausgewählte Informationen heraus, um seinen schmutzigen Energie-Fußabdruck kleiner erscheinen zu lassen.“
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1 Kommentar zu Greenpeace protestiert in Apple Stores gegen „schmutzige“ iCloud
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Die iCloud gehört mit Sicherheit nicht zu Google! (siehe erster Absatz)